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12:09 Mittwoch, 20. August 2008
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), nach eigenen Angaben mit ca. 28.000 Mitgliedern der führende deutsche Verband für private Anleger, ist ihrer Aufklärerrolle erneut gerecht geworden. Unter Mitwirkung der besten DSW-Experten und eines Münchener BWL-Professors hat die DSW es auch dieses Jahr geschafft, eine Vorstandsvergütungsstudie zu erstellen, die ihresgleichen sucht. Nach Angaben der DSW ist es ihre Vorstandsvergütungsstudie, die ohne Zweifel mit dazu beigetragen hat, dass die Debatte heute derart breit und öffentlich geführt wird. Denn die DSW hat als erstes die Gehälter der deutschen Top-Manager öffentlich analysiert und damit auf Missstände aufmerksam gemacht.
Die DSW-Mitglieder können wahrlich stolz darauf sein, wie die Führung die Mitgliedsbeiträge einsetzt, um schonungslos zum Wohle der Anleger zu arbeiten. Dass dieses „Ehrenamt“ auch schon mal den ein oder anderen Aufsichtsratsposten mit sich bringt, für den es dann nebenbei noch rund 100.000 Euro p.a. gibt, sei den Aufklärern gegönnt, wenn da nicht eine Merkwürdigkeit in der Studie wäre: Beispiel TUI: Bei dem Tourismuskonzern kletterte die variable Barvergütung der Vorstände binnen Jahresfrist um 164 Prozent. Berechnet wird das unter anderem nach „persönlichen Bemessungsfaktoren“, wie der an der DSW-Studie beteiligte Münchner Wirtschaftswissenschaftler Gunther Friedl erläuterte: „Welche dies genau sind, bleibt allerdings das Geheimnis der TUI-Führung.“ Mit der TUI-Führung meint der Professor auch den TUI-Aufsichtsrat, in dem seit mehr als 13 Jahren ein Vertreter der DSW sitzt und dort nicht nur zu kritisierende Gehaltsexzesse abnickt, sondern auch tatenlos zusieht, wie die Staatsanwaltschaft seit Jahren Ermittlungen gegen die TUI-Führung führt, die zumindest zum Teil in strafrechtlichen Anklagen mündeten. Lediglich das Verfahren gegen TUI-Vorstandschef Frenzel wurde plötzlich gegen eine Geldauflage eingestellt. Ob TUI dies zahlte, wurde bisher nicht beantwortet. Generell wünscht die DSW auch keine kritischen Fragen wegen TUI zu stellen. Dieses Jahr trieb man das Spiel darum sogar so weit, dass man einen TUI-Kritiker aus den eigenen Reihen ruhig stellte. Wo sollte das auch noch hinführen, wenn ein DSW-Vertreter Kritik an einem Aufsichtsrat übt, in dem ein anderer DSW-Vertreter sitzt. Vor so viel Aufklärung möchten die DSW-Funktionäre ihre zahlenden Mitglieder dann doch lieber schützen und halten sich beide Augen und Ohren zu. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: DSW: Auf beiden Augen blind (porschekiffer)
Wird da eigentlich der Bock zum Gärtner gemacht oder der Gärtner zum Bock? ;-)
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