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17:53 Montag, 11. August 2008
Immer mehr kann man den Eindruck gewinnen, dass aus den seriösen Journalisten - eigentlich die vierte Gewalt im Staat - mehr und mehr Pauschalisten werden. Also Leute, die nicht unbedingt mehr eigenkreativ arbeiten sondern eher - nun - Dinge abpauschen. Letztes Beispiel dafür: Die WAZ. Und deren Beschäftigung mit "Der Bandbreite".
Die launige Überschrift mit dem wohlbekannten Jandl-Zitat, dass man lechts und rinks gar nicht verwechseln könne könnte durchaus schon ein kleiner Hinweis darauf sein, dass die WAZ - und damit auch Der Westen - diesen Artikel als humorige Glosse definieren könnte. Allein: Das Einzige, was humorig sind, sind die Zitate aus den Texten von "Selbst gemacht" und "Dat is Duisburg" - zwei Songs, mit denen die Duisburger Band "Die Bandbreite" durchaus breites Medienecho gefunden hat. Wenngleich auch eher mit dem launigem Song auf eine Stadt, deren "Geier einen schon auf die Eier" gehen kann und in der natürlich nicht alles total supertoll ist. (Der Geier ist übrigens eine Anspielung auf den Lifesaver, eine Brunnenskulptur in der Mitte der City.) Aber wenn wir ehrlich sind: Welche Stadt ist schon supertoll? Ob man rein persönlich nun die Songs der Band mag oder nicht - Geschmackssache. Dass man allerdings einen Artikel schreiben kann, der alles andere als nett ist - vorsichtig ausgedrückt - und bei dem man selbst mit kritischem Denken durchaus sehr subjektive Einflüsse herauslesen könnte - das stimmt schon etwas nachdenklich. Wer den Begriff "Klein"-Kunst genau so schreibt - ja, genau mit diesen Anführungsstrichen - wer die Formulierung "musikalisch uninteressant" wählt - und allein das ruft schon ein Augenzucken hervor: Kennt der Journalist nun seine Leser so persönlich, dass er genau weiß, dass sie seine Meinung teilen wenn ein lokales Event vor Ort stattfindet? Man kann ja seine Meinung hinterher mitteilen, wenn man das Event besucht hat - nennt man Rezension. Dazu sollte man aber schon das Event abwarten bis man seine Meinung dazu schreiben kann - eine Vorabberichterstattung mit solchen Begriffen ist schon recht seltsam. "Dat is Duisburg" als unrelevanten Titel zu bezeichnen - nun ja. Musik ist Geschmackssache. Natürlich ist die Einstellung der Band zu gewissen Themen gewiß diskutabel und man mag darüber denken wie man möchte - allein die Band in einen rechtsradikalen Zusammenhang zu rücken nur weil sie der offiziellen Lesart von 9/11 - in "Selbst gemacht" ja zu hören, wenngleich da auch Fragezeichen vorhanden sind - nicht so ganz verpflichtet sind? Kritische Fragen wären durchaus in Ordnung. Nicht, dass das Recherchieren im Netz nicht die ein oder andere Tatsache hervorbringt, die von Belang sein könnte - allein wirkt die Zusammenstellung der Zitate etwas - nun - sagen wir gelinde unglücklich. Es wäre natürlich auch besser gewesen man hätte seine kritischen Fragen der Band selbst gestellt, aber man weiß ja - die Zeit - die Zeit - die Zeit... Dass der Journalist dann zu einem Special eines lokalen Senders - siehe Youtube nicht erschienen ist - nun... Schon seltsam, wenn ein freier und fairer Meinungsaustausch nicht unbedingt die Sache des Journalisten zu sein scheint. Seltsam? Aber so steht es geschrieben... Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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