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14:22 Mittwoch, 06. August 2008
Hat man auf der freenet-Chefetage schon so sehr die Hosen voll? Sind die 38 % der Stimmen, die sie angeblich sicher haben, am Ende gar nicht so sicher? Ist man zusätzlich doch noch auf die Stimmen der Kleinaktionäre angewiesen? Muss man dazu nun so tief in die Trickkiste greifen und die armen Mitarbeiter instrumentalisieren?
Heute Morgen erfreute uns bei einem Blick in die Welt jedenfalls eine ganzseitige Anzeige (*pdf-Datei) im Vierfarbdruck, mit der Merkwürdig ist nur, dass beim Sammeln der Unterschriften in den verschiedenen Standorten niemand eine Spendenbüchse dabei hatte und auch nirgendwo ein Konto angegeben wurde, wohin die treuen Ecki-Fans ihren Obolus hätten überweisen können. Die loyalen Mitarbeiter hinter der Aktion geben sich äußerst bescheiden und ziehen es vor, lieber ganz im Hintergrund zu bleiben. In Erfurt, dem wichtigsten Call-Center-Standort der alten freenet-Organisation, sind Mitarbeiter mit ausdrücklichem Segen der Geschäftsleitung durch die Abteilungen gezogen und haben Unterschriften gesammelt. In der Zentrale in Büdelsdorf wurde von Personalabteilung eine E-Mail an alle Mitarbeiter versendet und darauf hingewiesen, dass die Mitarbeiter unterschreiben können. Diese Einladungsmail trug die Unterschrift „Die Organisatoren“. Auf einen Namen oder einen Hinweis darauf, wessen Idee das gewesen sei, wurde verzichtet. Auch eine Information zu den voraussichtlichen Kosten gab es nicht. Aber das war ja auch nicht nötig, denn Geld wurde ja gar keins verlangt. Die Liste lag dann einfach neben dem Empfang aus. Wer war es denn nun? Laut Anzeige die Betriebsräte in Hamburg und die Betriebsräte des Call-Centers in Kiel. Hamburg ist ja auch ganz klar Eckis Terrain. Und Kiel? Der Standort ist freenets Aushängeschild für exzellente Arbeitsbedingungen. Bei einer Arbeitslosenquote von 12,6 % sind viele Mitarbeiter überhaupt froh, einen Job zu haben. Zum Vorzeigearbeitgeber freenet schafft es aber nicht jeder, da das Arbeitsamt sich einige Zeit weigerte, Mitarbeiter überhaupt an freenet zu vermitteln. Auf die Unterschriften dieser Mitarbeiter kann der freenet-Vorstand mächtig stolz sein. Und die anderen Betriebsräte oder gar der Konzernbetriebsrat? So groß scheint dann wohl im Konzern nicht mehr die Unterstützung für Ecki zu sein. Die Mitarbeiter von debitel, die jeden Tag BooCompany besuchen und sich über ihren neuen Oberguru informieren, wurden scheinbar auch nicht gefragt. Vielleicht wussten die Initiatoren, dass von dort keine große Unterstützung zu erwarten sei. Die viel gepriesenen Synergien, mit denen Ecki seine Investoren zu beruhigen versucht, werden jedenfalls überwiegend aus Entlassungen kommen müssen. Update: Die ganze Wahrheit steht hier! Update 2: Der ursprünglich den Mitarbeitern zur Unterschrift vorgelegte Text lautete: "Wir stehen hinter dem freenet-Vorstand mit seinem Vorsitzenden Eckhard Spoerr und hinter dem freenet-Aufsichtsrat" Der Aufsichtsrat wurde in der finalen Version aber wieder gestrichen. Entweder war den Initiatoren aufgefallen, dass dieses Spiel zu leicht durchschaubar ist oder es wurde noch sehr kurzfristig geändert, nachdem in den letzten Tagen einige interessante Details über die Aufsichtsräte ans Licht gekommen sind. Inzwischen meldeten sich auch die debitel-Mitarbeiter zu Wort und kritisieren Ecki massiv für die Instrumentalisierung der Mitarbeiter. Update 3: Ecki hat einen Brief an den Betriebsrat von debitel geschrieben und sich darüber ausgeheult, dass mit den Unterstellungen, die Anzeige sei von der Unternehmensleitung initiiert und finanziert, viele hundert Mitarbeiter diskreditiert würden. Viele hundert? Mehr waren es nicht? Von mehr als 7000 Mitarbeitern im Konzern? Welch ansehnliche Unterstützung. Ob Ecki sich die Namen der Mitarbeiter hat vorlegen lassen? So wie er sich im letzten Jahr das Abstimmverhalten der Mitarbeiteraktionäre nach der HV hat vorlegen lassen? Die, die gegen ihn gestimmt hatten, sollen danach nicht gerade hofiert worden sein. Wie sagte jüngst ein Insider: „wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn und wird auch so behandelt". Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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