1984.boocompany.com
dotcomtod auf geht\'s auf oder ab abwärts übel leidend das wars wohl
Erste Seite | Die Idee | Boo melden | Ruhmeshalle | Kommentare
 

Menü
Erste Seite
Die Idee
Boo melden
Ruhmeshalle
Kommentare
Newsfeed
Forum
DCT Archiv
Kontakt

Galerien
Insider
Boo
Final

Booshaft
Baron
eCards
Intern
Echo
Kolumne
Presse

Bootanischer Garten

Login
Benutzername

Passwort

Registrieren
Passwort vergessen





Get the Klip for boocompany.com
Add to any service

Blogliste
Lanu
Don Alphonso
Che
Hal Faber
Pud
Girl
Strappato
Sven Scholz
Jens Scholz
Thomas Knüwer
Dr. Dean
Spreeblick
Lumma
Wirres
Markus Grill
Sethos

Bloghoster
Twoday.net
Blogg.de
Blogger.de

Freenet freenet inside - Der Kampf um die Macht – Teil 3
INSIDER Freenet von lanu

18:07 Montag, 04. August 2008

Im zweiten Teil unseres Expertengesprächs haben wir erfahren, welche unrühmliche Rolle freenet-Aufsichtsratschef Helmut Thoma beim damaligen Ausstieg von France Télécom bei mobilcom gespielt hat. Nun geht es darum, welche Aufsichtsratsmitglieder bei freenet in dieser Angelegenheit ebenfalls befangen sind und wieso der Aufsichtsrat seinen Aufsichtspflichten gegenüber dem Vorstand gar nicht mehr pflichtgemäß nachkommen kann.

BC: Welche neuen Aufsichtsratsmitglieder schlug freenet denn vor?

E: Vorgeschlagen wurden Richard Roy, Thorsten Kraemer und Dr. Dieter Leuering. freenet versuchte im Jahr 2007 zunächst, diese als Ersatzvertreter gerichtlich bestellen zu lassen und somit für die Hauptversammlung quasi schon mal Fakten zu schaffen. Das Registergericht verweigerte aber im Hinblick auf die bald stattfindende Hauptversammlung die Eintragung und verwies darauf, die Aktionäre über die Bestellung abstimmen zu lassen. Mit den Stimmen des neuen Großaktionärs Vatas verlief das allerdings problemlos.

BC: Welche heutigen freenet-Aufsichtsräte stehen denn noch France Télécom nahe?

E: Da wäre als Erstes Dr. Dieter Leuering zu nennen. Leuering hat Vatas beim Kauf der Aktien von TPG beraten. Leuering hatte zu diesem Zeitpunkt aber nicht zum ersten Mal Kontakt mit diesen Aktien, die mobilcom ursprünglich an France Télécom ausgegeben hatte. Bevor Leuering bei der Bonner Kanzlei Flick Gocke Schaumburg Partner wurde, war er in Düsseldorf bei der Kanzlei Shearman & Stearling in einem Team mit dem Deutschland-Chef Georg F. Thoma. Shearman & Sterling wiederum hatte France Télécom sowohl bei den Streitigkeiten mit mobilcom beraten als auch bei dem Verkauf der Aktien von France Télécom an TPG. Leuering ist diesen alten mobilcom-Aktien, die an France Télécom ausgegeben worden waren, quasi gefolgt. Er kam also nicht nur als Vertreter von Vatas in den Aufsichtsrat, sondern als Ersatz für die ausgeschiedenen TPG-Vertreter, die auch schon die Interessen von France Télécom weiter vertraten. Leuerings heutige Kanzlei Flick Gocke Schaumburg ist auch für einige französische Staats- bzw. Ex-Staatsunternehmen tätig.

BC: Das ist in der Tat sehr interessant. Wie sieht es mit den anderen Aufsichtsratsmitgliedern aus?

E: Da wäre auf jeden Fall noch Thorsten Kraemer zu nennen. Er steht sowohl Gerhard Schmid als auch Eckhard Spoerr nahe. Wie schon erwähnt stellte er gemeinsam mit einer Firma von Schmids Ehefrau bei der mobilcom-Hauptversammlung im April 2005 einen Antrag, Ansprüche gegen France Télécom prüfen zu lassen. Drei Monate später wurde bei der außerordentlichen Hauptversammlung dieser Antrag von TPG widerrufen. Dagegen haben Schmid und Kraemer sich aber nicht mehr zur Wehr gesetzt, da sie gegen die Stimmen von TPG nicht ankamen.

BC: Aber dann ist Kraemer doch kein Aufsichtsrat, der France Télécom zu schützen versucht.

E: Doch, in gewisser Weise schon. Er verfolgt aber Schmids Strategie des Schadensersatzes. Diese unterscheidet sich jedoch grundlegend von der Strategie eines klagenden Kleinaktionärs und auf Seiten von France Télécom wird Schmids Strategie wohl als wenig Erfolg versprechend angesehen. Auf der anderen Seite stellt Kraemer sich aber wie alle Vorstände und Aufsichtsräte gegen die Klage des Kleinaktionärs, der versucht, die Gesellschaft dazu zu verpflichten, gegen France Télécom vorzugehen.

BC: Wieso verfolgen Schmid und Kraemer denn nicht auch die Strategie des Kleinaktionärs?

E: Weil es bei der Strategie des Kleinaktionärs darum geht, dass France Télécom noch eine Einlageleistung zu erbringen hat, die aus dem Jahr 2000 stammt. Bei der entsprechenden Kapitalerhöhung haben die damaligen Vorstände, das umfasst auch Gerhard Schmid, und auch die Aufsichtsräte selbst gravierend gegen das Aktiengesetz verstoßen, wenn man der Darlegung des Kleinaktionärs folgt. Demzufolge hätten nämlich Vorstand und Aufsichtsrat diese Aktien an France Télécom gar nicht ausgeben dürfen. Würde Schmid also diese Strategie verfolgen und das Gericht ihm Recht geben, hätte er selbst ein Haftungsproblem als damaliger Vorstand. So wie alle anderen Vorstände und Aufsichtsräte, also insbesondere Helmut Thoma und Dieter Vogel auch. Sollte im Erfolgsfall nämlich der Anspruch gegen France Télécom nicht geltend gemacht werden können, müssten stattdessen die Vorstände und Aufsichtsräte der Gesellschaft den entstandenen Schaden ersetzen. Hierbei geht es immerhin um 3,7 Milliarden Euro.

BC: Ok, bei der Summe würde ich auch versuchen, jeglichen Schadensersatz von mir fern zu halten. Ist denn die Strategie des Kleinaktionärs erfolgreicher als die von Schmid?

E: Schmid ist bereits erstinstanzlich gescheitert und befindet sich in Berufung. Das Verfahren des Kleinaktionärs läuft bereits seit einigen Jahren in der ersten Instanz. Zuletzt hat das Gericht die Ansicht geäußert, dass die Darlegungen des Klägeranwalts „schlüssig“ seien. Da nützt es auch nichts, dass freenet den Kläger wiederholt als Querulanten hinzustellen versucht.

BC: Wieso Querulant?

E: Der Kläger ficht jedes Jahr die Beschlüsse der Hauptversammlung an. Ein rein folgerichtiges Verhalten entsprechend seiner Klage. Sollte die Einlageverpflichtung durch France Télécom noch nicht erbracht sein, hätten diese Aktien auch kein Stimmrecht. Da sie aber bei den Hauptversammlungen ein Stimmrecht ausgeübt haben, wären die Beschlüsse nichtig. Mit Querulantentum hat das also nichts zu tun.

BC: Wie sind die Chancen dieses Verfahrens zu sehen?

E: Das kann man als Externer schlecht beurteilen. Aber betrachten sie es einfach mal so: der Kläger besitzt nicht die internen Unterlagen, die belegen könnten, dass damals alles rechtmäßig und korrekt vollzogen wurde oder aber auch nicht. Er behauptet dies quasi nur. freenet hingegen ist im Besitz all dieser Unterlagen und behauptet, alles sei rechtmäßig und korrekt abgelaufen. Dennoch läuft dieses Verfahren seit Jahren und freenet scheint nicht in der Lage zu sein, die Beweise für ihre Sicht der Dinge darzulegen. Es scheint im Gegenteil sogar so zu sein, dass, je länger das Verfahren läuft, desto besser die Position des Klägers wird. Immerhin ist der letzte Stand, dass das Gericht die Darlegungen des Klägeranwalts als „schlüssig“ bezeichnet, trotz vielfacher Gutachten, die freenet dazu bereits in Auftrag gegeben hat. Die freenet-Organe scheinen auch nicht in der Lage zu sein, den Aktionären auf den Hauptversammlungen dazu plausible Erklärungen zu geben. Und noch etwas sollte zu bedenken geben: wieso sitzen im freenet-Aufsichtsrat so viele Personen, die bei einem genaueren Hinsehen, nur nicht für die durchschnittlich informierten Aktionäre, eine Verbindung zu France Télécom haben?

BC: Aber was bedeutet das genau für Thorsten Kraemers Rolle im Aufsichtsrat?

E: Da Kraemer ganz offensichtlich Schmid so nahe steht, kann man davon ausgehen, dass ihm die Problematik rund um mögliche Ansprüche gegen France Télécom genauestens bekannt ist. Dennoch vertritt er wie seine Kollegen im Aufsichtsrat die Ansicht, dass freenet selbst keine Ansprüche gegen France Télécom habe. Dementsprechend verweigert auch er den freenet-Aktionären ihre Rechte. In seinem Beruf als Fondsmanager soll er zudem auch einen Teil des Vermögens von Eckhard Spoerr managen. Würde dies zutreffen, dürften auch diesbezüglich Fragen nach seiner Unabhängigkeit zu stellen sein.

BC: Bei welchen Aufsichtsräten lohnt sich noch ein genauerer Blick?

E: Hinterfragen sollte man auf jeden Fall auch, aus welchem Grund Prof. Dr. Hans-Joachim Priester im freenet-Aufsichtsrat sitzt. Priester ist einer der renommiertesten Notare Deutschlands, Vizepräsident der Hamburgischen Notarkammer, Mitglied des Ausschusses für Handels- und Gesellschaftsrecht bei der Bundesnotarkammer und mehr als 10 Jahre Hausnotar von mobilcom und freenet gewesen, bis er im letzten Jahr durch Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Altersgrenze aus dem Berufsstand ausschied. In Priesters Notariat wurde eine Vielzahl von Verträgen beurkundet, die sich durch die gesamte Unternehmensgeschichte von mobilcom und freenet ziehen. Darunter sowohl Verträge, auf deren Grundlage Millionenbeträge von freenet in die Schweiz flossen und sich dort verloren als auch Verträge rund um das UMTS-Debakel zwischen mobilcom und France Télécom. Einige dieser Verträge beschäftigen auch heute noch Gerichte und Staatsanwaltschaften. Priester wurde bereits im Jahr 2005 zum Mitglied des Aufsichtsrats der telunico Holding AG bestellt, der Gesellschaft, auf die mobilcom und freenet verschmolzen wurden und die die heutige freenet AG ist. Angesichts seiner honorigen Person, seines juristischen Fachverstandes und seiner Kenntnisse um all die Vorwürfe und Anklagen, die gegen den freenet-Vorstand vorliegen, muss Priester sich auch die Frage gefallen lassen, ob er völlig unbefangen und frei von Interessenskonflikten ist.

BC: Der Nächste bitte.

E: Da wäre noch Richard Roy. Er kam als Vertreter von Vatas in den freenet-Aufsichtsrat. Da Vatas aber kein freenet-Aktionär mehr ist, sollte Roy seine Position zur Verfügung stellen, wie es üblicherweise Vertreter von Großaktionären machen, nachdem dieser aus dem Aktionärskreis ausgeschieden ist. Zudem scheint Roy mit dem deutschen Aktiengesetz einige Probleme zu haben. Erst kürzlich haben ihm zwei Drittel der Aktionäre der Balda AG das Vertrauen entzogen. Dort ist Roy Aufsichtsratsvorsitzender. Seine übrigen Kollegen aus dem Aufsichtsrat besaßen genügend Anstand, von ihren Posten zurückzutreten, Roy jedoch nicht. Besonders auffällig für einen Interessenskonflikt ist jedoch, dass Roy im Verwaltungsrat der Swisscom sitzt und zudem Berater der Private-Equity-Gesellschaft Permira ist. Swisscom gehörte früher debitel, die ja kürzlich von freenet gekauft wurde. Permira war der letzte debitel-Eigner, von dem freenet diese nun abkaufte. Bezeichnend ist, dass debitel seit langer Zeit keine schwarzen Zahlen schreibt. Weder unter Swisscom, noch unter Permira. Bei Balda wurde Roy als Aufsichtsrat vorgeworfen, für dilettantische Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Gesellschaft. Richard Roy muss sich fragen lassen, wie er bezüglich des debitel-Kaufs seine Interessenskonflikte ausgeschaltet hat. Mit dem debitel-Kauf hat freenet enorm hohe Schulden auf sich genommen. Auch die Verträge mit den Banken sollen nicht besonders vorteilhaft für freenet ausgefallen sein.

BC: Wieso kam es zu einem so schlechten Deal?

E: Weil dadurch United Internet und Drillisch abgewehrt werden konnten. Mit dem Deal hatte Spoerr eine sogenannte „Poison Pill“ geschaffen, die potenzielle Übernahmeinteressenten erst einmal abschreckt. Die Transaktion hatte ein Volumen von 1,6 Milliarden Euro. Für rund 300 Millionen Euro hat freenet neue Aktien an den debitel-Eigentümer Permira ausgegeben. 1,2 Milliarden mussten an Verbindlichkeiten von den debitel-Banken mit übernommen werden und 100 Millionen wurden von Permira als Verkäuferdarlehen gewährt. Ein gesunder Deal sieht definitiv anders aus. Spoerr stand aber unter Druck, diesen Deal so schnell wie möglich abzuschließen. Und das war allen Beteiligten an dieser Transaktion auch bekannt. Die Banken ließen sogar Mitte April noch durch eine renommierte Anwaltskanzlei alle Vorgänge intensiv prüfen, die Gegenstand von Anschuldigungen und Anklagen gegen Spoerr sind.

BC: Die Banken könnten also Spoerr zusätzlich unter Druck gesetzt haben?

E: Das war gar nicht nötig. Aber es wäre für die Banken ein Leichtes gewesen, Spoerr zu verstehen zu geben, dass man eine Win-Win-Situation schaffen könne: gute Konditionen für die Banken, so dass diese glücklich sind und schlechte Konditionen für freenet, so dass eine „Poison Pill“ für potenzielle Übernahmeinteressenten geschaffen wird.

BC: Interessant. Gibt es noch ein Aufsichtsratsmitglied, über das wir reden müssen?

E: Nein, aber fünf von sechs Anteilseignervertretern, deren Unabhängigkeit in Frage gestellt werden kann, sollten auch ausreichend sein. Zu erwähnen ist allerdings noch, dass kürzlich die Arbeitnehmervertreter für den freenet-Aufsichtsrat neu gewählt worden sind und außer Spoerrs Geliebter nicht ein Einziger der bisherigen Arbeitnehmervertreter sich zur Wiederwahl gestellt hat. Man könnte dies durchaus so interpretieren, dass einigen Personen die Situation im Aufsichtsrat zu heiß geworden ist.

BC: Eine Frage stelle ich mir aber dennoch: wenn diese heißen Themen eigentlich die alte mobilcom betreffen und auch der ehemalige mobilcom-Vorstand Thorsten Grenz mit in diese Geschichte verwickelt war, wie konnte Spoerr es dann schaffen, Grenz bei der Fusion von mobilcom und freenet auszustechen und Gesamtvorstand des neuen Konzerns werden?

E: E: Damit war Spoerr etwas gelungen, was ihm bis dahin viele Kritiker nicht zugetraut hatten. Spoerr und sein Finanzvorstand Krieger hatten bei der Fusion zu befürchten, entmachtet zu werden. mobilcom-Vorstand Thorsten Grenz und auch der damalige Aufsichtsratschef Dieter Vogel waren nicht gut auf Spoerr zu sprechen, der ja als Ziehsohn von Gerhard Schmid gilt. Nach einem Ausscheiden hatten Spoerr und Krieger jedoch zu befürchten, dass Grenz sich all die freenet-Transaktionen, die Spoerr und Krieger mit einer dubiosen Schweizer Gesellschaft gemacht hatten, mal etwas genauer ansehen könnte. Das hätte für beide mindestens zivilrechtliche Folgen, im schlimmsten Fall aber auch strafrechtliche Folgen haben können. TPG hingegen hatte die Aktien von France Télécom auch unter dem Aspekt gekauft, dass sich bei der Fusion stille Reserven aufdecken ließen, die für eine Ausschüttung zur Verfügung standen. Diese betrugen mehr als 800 Millionen Euro. Diese stillen Reserven stellten jedoch nur einen Buchgewinn dar, waren also nicht als liquide Mittel in dieser Höhe vorhanden. TPG wollte ganz in Heuschreckenmanier den gesamten Bilanzgewinn, der danach etwas mehr als eine Milliarde Euro betrug, ausschütten lassen. Dazu hätte die neue, fusionierte freenet sich mit mehreren hundert Millionen Euro verschulden müssen. mobilcom-Vorstand Grenz lehnte das strikt ab und legte sich mit seinem neuen Großaktionär an. Eckhard Spoerr und Axel Krieger taktierten dabei wesentlich geschickter. Die Beiden trafen sich bereits kurz nach dem Einstieg von TPG mit Managern der Beteiligungsgesellschaft. Aus den genannten Gründen hätten Spoerr und Krieger zu dem Zeitpunkt sicherlich ihre eigenen Großmütter verkauft, warum also nicht auch „Geld verkaufen“, das ihnen nicht gehörte?

BC: Und dadurch wurde Grenz zum Verlierer der von ihm eingefädelten Fusion?

E: Genau. Und mit Spoerr und Krieger forderte TPG zwei Manager, mit denen sich auch Aufsichtsratschef Dieter Vogel Zähne knirschend arrangieren konnte. Immerhin wusste er anhand der internen Vorwürfe aus dem Jahr 2002 genug über die Beiden, was er dazu nutzen konnte, sie entsprechend zu steuern. Da fiel es Vogel auch nicht schwer, Grenz zu verraten, mit dem er seit der Entmachtung Schmids eng zusammengearbeitet hatte.

BC: Verstehe ich das richtig? Nach dem Motto: ich sehe bei euren Schweinereien nicht so genau hin, dafür deckt ihr unsere Schweinereien von jetzt an mit?

E: Genau so ist es. Dieter Vogel und auch Helmut Thoma, der ja ebenfalls schon im Aufsichtsrat saß, als diese verunglückte Kapitalerhöhung im Jahr 2000 durchgeführt worden war, konnten als Ersatz für Grenz nur Manager nehmen, die eine extrem lockere Einstellung zu Recht und Gesetz haben. Immerhin standen Vogel und Thoma noch bei France Télécom in der Pflicht und haben aus diesen Vorgängen auch persönlich genug zu befürchten.

BC: Aber dann mussten sie dieses Wissen ja mit Spoerr und Krieger teilen und machten sich selbst erpressbar.

E: Und damit haben wir auch schon die simple Erklärung, weshalb Spoerr und Krieger zu den bestbezahlten Managern Deutschlands gehören, obwohl sie nur einen Konzern von der Größe eines Mittelständlers führen. Zunächst sorgten sie dafür, dass ihnen im Rahmen der Fusion alle bestehenden Aktienoptionen auf einen Schlag ausgezahlt wurden, obwohl diese noch eine wesentlich längere Laufzeit hatten. Für beide ergab das einen Ertrag von jeweils mehr als 5 Millionen Euro. Im Anschluss „überredeten“ sie den Aufsichtsrat, ihnen und ein paar bevorzugten Führungskräften ein neues Aktienwertsteigerungsprogramm zu genehmigen, dass es in dieser Form in der deutschen Wirtschaft noch nicht gegeben hat. Bis zu 50 Millionen Euro kann das freenet noch mal kosten, von denen zwei Drittel Spoerr und Krieger zufließen würden.

BC: So langsam wird mir einiges klar. Das ist ja eine ganz ehrenwerte Gesellschaft.

E: Vor allem erklärt das auch, wieso Vorstand und Aufsichtsrat nicht nur wie eine ehrenwerte, sondern vor allem auch wie eine geschlossene Gesellschaft agieren. Die Aufsicht, die der Aufsichtsrat eigentlich ausüben müsste, existiert überhaupt nicht. Und das erklärt auch, weshalb freenet niemals von irgendjemandem übernommen werden darf. Der debitel-Deal wurde überwiegend aus dem Grund durchgeboxt, um Dommermuths Übernahmeversuche abzuwehren.

BC: Wissen United Internet und Drillisch denn von diesen ganzen Vorgängen?

E: Vielleicht nicht in allen Details, aber die groben Züge sind unter informierten freenet-Aktionären kein großes Geheimnis.

wird fortgesetzt

Teil 1 des Gespräches

Teil 2 des Gespräches





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: freenet inside - Der Kampf um die Macht – Teil 3 (Dr. Spock)
Re: Re: freenet inside - Der Kampf um die Macht – Teil 3 (lanu )
Re: Re: Re: freenet inside - Der Kampf um die Macht – Teil 3 (Dr. Spock)
Re: Re: Re: Re: freenet inside - Der Kampf um die Macht – Teil 3 (lanu)
Re: Re: Re: Re: Re: freenet inside - Der Kampf um die Macht – Teil 3 (Dr. Spock)




Suche

Ältere Artikel
17. Dezember
·Holtzbrinck fängt an, die StudiVZ-Türen zu verrammeln
16. Dezember
·Der Zumwinkel-Skandal wird zur Farce
15. Dezember
·Baron der Woche: Dr. Diether Wiefelspütz, Mitglied des Innenausschusses
·freenet: Die schöne Welt des Eckhard Spoerr
12. Dezember
·freenet: Wie ist denn die Stimmung in Elmshorn? (Update)
11. Dezember
·Mutig und voller Elan in die Krise – Lanu Store geht online
10. Dezember
·Diamond Systems: Größe schützt vor Pleite nicht
09. Dezember
·Yahoo! macht Düsseldorf und Hamburg dicht
07. Dezember
·Baron der Woche: Thomas Knüwer, hibbeliger "Journalist" 2.0?
05. Dezember
·Post zum Thema Betriebsrat bei Solarwatt

 
Sämtliche Logos und eingetragene Warenzeichen sind Eigentum der jeweiligen Besitzer.
Für den Inhalt der gemeldeten Nachrichten, der Kommentare und der gesetzten Links, ist der Initiator des betreffenden Beitrages verantwortlich.