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10:17 Montag, 07. Januar 2008
Es ist schon erstaunlich, was mancher Journalist für einen Schwachsinn schreibt, wenn der Sonntag lang ist. Diesmal trifft es das Springer-Blatt „Welt am Sonntag“. Man kann vielleicht zugute halten, dass aus dem gleichen Verlag die BLÖD-Zeitung kommt und sich somit das Niveau im gesamten Verlagshaus langsam, aber sicher auf einen gleichen Nenner einpendelt.
Einigermaßen gut Ebenfalls interessant wäre auch die Frage, wie es Windhorst gelang, eine Privatinsolvenz innerhalb von drei Jahren abzuschließen, während der gemeine Otto Normalverbraucher dazu per Gesetz sechs Jahre benötigt. Den Vogel abgeschossen hat der Welt-Redakteur aber schließlich damit, dass er Windhorst vom Wunderkind zum wunderbaren Geldvermehrer macht: „Im Sommer vergangenen Jahres kaufte Vatas knapp 19 Prozent des Mobilfunkers Freenet, Windhorst setzte dort eine großzügige Sonderausschüttung durch und machte Vatas in nur drei Monaten um 100 Millionen Euro reicher.“ Erstens war es nicht Wunderkind Windhorst, der die Sonderausschüttung durchsetzte, zweitens hätte ein Blick auf die freenet-Kurse des vergangenen Jahres genügt, um zu sehen, dass die Sonderausschüttung sich auch nach der Hauptversammlung, auf der diese beschlossen wurde, im Kurs widerspiegelte und der Wert der von Vatas gehaltenen Aktien um eben diese 100 Millionen Euro abnahm. Und im Kaufpreis, den Vatas zuvor gezahlt hatte, war die Sonderausschüttung sicherlich schon eingepreist gewesen. Vergleichbare Vorgänge finden tagtäglich beim sogenannten Dividendenstripping statt, nur dass es dort primär um steuerliche Vorteile geht.
Zudem vergisst der Welt-Redakteur, dass Vatas immer noch auf den freenet-Aktien sitzt, da diese ähnlich begehrt sind wie sauer Bier und ihr Wert immer weiter in den Keller geht. Hier hat das Wunderkind sich mächtig verspekuliert – oder eben derjenige, dessen Erfüllungsgehilfe Windhorst nun nur noch ist. Im Ergebnis lässt sich eigentlich nur feststellen, dass das Wunderkind ausgezaubert hat. Aber so viel Recherche und Schlussfolgerung wäre für einen Journalisten aus dem Springer-Verlag wohl etwas zu viel verlangt gewesen. (ergänzende Infos) Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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