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Vanity Fair Vanity Fair: Schlechte Stimmung in Mitte
BOO Vanity Fair von FoolDC

08:06 Dienstag, 09. Januar 2007

Noch atmet sie, die Transe, deshalb können wir die Sterbebegleitung ruhigen Gewissens kurz unterbrechen und uns dem großen Vorbild widmen, das kurz vor seinem ersten großen Auftritt in Good Ol' Germany steht. Höchste Zeit, denn wie man lesen muss, leidet die Vanity Fair schon vor der ersten Nummer unter akutem Mitarbeiterschwund.

Schon Alexander von Schönburg gingen, als er noch Chefredakteur der Park Avenue war, die Lanzenträger reihenweise stiften. Jetzt weiß auch Ulf Poschardt, wie sich unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Blattes so anfühlen. Der Kulturchef der Entwicklungsredaktion, Matthias Kalle, schmeißt zum 31. Januar hin. Kalle hatte seinen schönen Chefsessel bei einem Berliner Stadtmagazin für Besitzer von Altbauwohnungen für VF aufgegeben. Für einen Nachfolger hat Poschardt auch schon gesorgt, er holt Volker Corsten, zuletzt von der „Welt am Sonntag“ und dankt Kalle brav für die "hervorragende Arbeit". Sorgen muss er sich um den Ex-Chef der Zitty nicht machen, Kalle soll schon Angebote haben.

Auch die Redakteure Lars Jensen und Christoph Koch verlassen das VF-Team, Matthias Ehlert hatte schon vorher die Fronten gewechselt und ist jetzt einer der zwei neuen Chefs der Netzeitung. Das immerhin ist ein guter Grund, mit dem auch Poschardt leben kann. Die angeblich von den drei Deserteuren angeführten Gründe sind nämlich nicht so "business as usual", wie Poschardt die Abgänge verniedlicht wissen will. Es herrscht wohl schlechte Stimmung in Mitte. Die Abtrünnigen fanden nach Informationen von Welt.de in Poschardts Reich nicht ihre "journalistische Heimat". Einer soll gar um seinen guten Ruf als Journalist gefürchtet haben (wenn es denn so etwas gibt). Der Ulf, so heißt es weiter, stehe nicht so auf meinungsstarke Texte, lieber seien ihm "positive Geschichten" (Memo an Poschardt: US-Ausgabe nochmal genau angucken, und nicht nur die Bilder).

Am 8. Februar soll die erste Ausgabe der deutschen Vanity Fair am Kiosk liegen. 100.000 Käufer soll das Hochglanzprodukt wöchentlich finden, so viele, wie Park Avenue monatlich nicht schafft. Gespannt darf man also sein, auch wenn eine weitere Personalie eher italienische Verhältnisse befürchten lässt. Bei unseren Freunden im Süden ist die VF ein Klatsch- und Celebrity-Blatt. Am Montag, so vermeldet die Presse, sei Uwe Killing zum Team gestoßen. Er soll das Gesellschafts-Ressort übernehmen. Vorher war Killing Chefredakteur von Tittenblättern wie Max und Maxim.

Unterdessen trägt die Park Avenue für den letzten Tanz noch einmal dick Make-Up auf. Eine angeheiratete Adlige soll nach dem Abgang des Prinzen offenbar wieder für etwas Glamour sorgen. Celia Gräfin von Bismarck "verstärkt" die Redaktion als "Editor at Large". Sie soll "nationale und internationale Kontakte ausbauen sowie Repräsentationsaufgaben für das Magazin wahrnehmen". Bei Gruner+Jahr stört man ich nicht daran, dass "Editor at Large" im Allgemeinen eine Bezeichnung für eine privilegierte journalistische Position ist, die mit Edelfedern besetzt wird. Immerhin soll die Gräfin auch "redaktionellen Input beisteuern". Das, so findet Rettungssanitäter Andread Petzold, sei "ein großer Gewinn für Park Avenue".





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